Lange bevor das Schulhaus in der Kaiser Franz Josef-Straße 8 erbaut wurde, findet man Hinweise auf die Existenz einer Schule in Groß-Enzersdorf. Die älteste Nachricht über einen „Schulmeister in Entzerstorff“ stammt aus dem Jahr 1489. Bis zum Beschluss des Gemeinderats im Jahr 1899, ein neues Schulhaus an seinem heutigen Standplatz zu errichten, verläuft die Geschichte der Schulen im Stadtl äußerst wechselvoll. So wurde 1730 nach einem Brand ein neues Schulgebäude errichtet. Schon 1780 wird wieder ein Neubau notwendig. 1833 können wir in einer Stadtgeschichte von Groß-Enzersdorf über eine Schule von „armseliger Bauart“ lesen. An der Südseite der Kirche wird dann 1859 eine neue Schule fertig gestellt, die auf Grund der stark steigenden Schülerzahlen bald wieder zu klein wird.
Am 17. August 1899 beginnt ein Ausschuss mit den Vorarbeiten für den Schulbau. Zwei Jahre später, am 27. August 1901, wird eine Bauparzelle von der k.k. Familien-Fondsgüter-Direktion zum Preis von 4264,70 Kronen angekauft. Bei der Niederösterreichischen Landeshypothekenanstalt wird ein Kommunaldarlehen in der Höhe von 120.000 Kronen aufgenommen. Am 4. Juni 1903 können die Bauarbeiten an die einzelnen Gewerbetreibenden vergeben werden, am 15. Juni 1903 ist Baubeginn. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Schulhaus am 1. September 1904 eingeweiht.
Schon zehn Jahre nach der Eröffnung wird ein Zubau notwendig. Eine Bürgerschule, ein Zeichen- und ein Turnsaal werden errichtet. Mit Beginn des Schuljahres 1930/31 löst die Hauptschule die Bürgerschule ab. Die Zeit von 1938 bis 1945 bringt die Eingliederung von Groß-Enzersdorf in das Gemeindegebiet von Groß-Wien, somit ist die Schule dem Stadtschulrat von Wien unterstellt. Vom 23. Juli bis zum 10. September 1945 wird ein Notspital der russischen Besatzungsmacht im Schulhaus untergebracht. 1954 kehrt Groß-Enzersdorf wieder zu Niederösterreich zurück, die sowjetische Besatzungsmacht zieht ab.
Inder Nachkriegszeit nimmt die Zahl der Klassen mit jedem Schuljahr zu, die Raumnot im Haus wird immer größer. Neue Schulgesetze bringen im Jahr 1962 große Veränderungen. Kleine, nieder organisierte Volksschulen werden geschlossen, in den Hauptschulen werden zwei Klassenzüge, und 1966 das neunte Schuljahr eingeführt. Der Bau des neuen Hauptschulgebäudes auf dem Schießstattring wird in Angriff genommen. Am 6. September 1971 wird die integrierte Gesamtschule ihrer Bestimmung übergeben.
Die Schülerzahlen steigen weiter, es müssen sogar dislozierte Klassen im Heimatmuseum, im Stadtsaal und bei der Feuerwehr eingerichtet werden. Der Bau der neuen Schule in Oberhausen, die von den Kindern aus Franzensdorf , Mühlleiten, Neu-Oberhausen, Oberhausen, Probstdorf, Rutzendorf, Schönau an der Donau und Wittau besucht werden wird, soll dieses Problem lösen. Im September 2002 wird die neue Schule in Oberhausen eröffnet.